Bebauungsplan "Kirchenfeld"  3. Änderung

Das Baugebiet „Kirchenfeld“ ist seit rund 30 Jahren vollständig aufgesiedelt und hat sich trotz der kompakten Bebauung mit flächensparenden Reihenhauszeilen als beliebte Wohnlage am Südosthang etabliert. Das Maß der baulichen Nutzung wird im Baugebiet definiert durch die Geschossflächenzahl. Diese Festsetzung wird durch die bestehende Bebauung weitgehend ausgeschöpft und erscheint am Ortsrand für ein allgemeines Wohngebiet angemessen. Die Höhe der Gebäude wird lediglich durch die Zahl der Vollgeschosse begrenzt.
 
Dies erwies sich inzwischen als unbefriedigende Regelung, da die Gebäude talseitig mit bis zu zwei Sockelgeschossen in Erscheinung treten. Talseitig sind bis zu viergeschossige Fassaden entstanden, während bergseitig stellenweise nur eingeschossige Fassaden über das Gelände hinaus ragen. Diese Diskrepanz liegt in der teilweise starken Hanglage begründet und führt punktuell bereits zu unerwünschten Fassadenhöhen. Der Bebauungsplan wies in einzelnen Baufeldern zusätzliche Attikageschosse aus, wovon bislang jedoch kein Gebrauch gemacht wurde. Diese Festsetzung löste planungsrechtliche Irritationen aus, weil es suggerierte, dass in den anderen Baufeldern ein Attikageschoss unzulässig wäre.
 
Anlass für die 3. Änderung des Bebauungsplans war ein Bauantrag, der eine Aufstockung eines Bestandsgebäudes vorgesehen hatte. Der Gemeinderat sah in dem bereits sehr stark verdichteten Baugebiet die Gefahr, dass die gewachsene Struktur durch weitere ähnliche Vorhaben verloren geht und ersetzte die nicht mehr zeitgemäße und unbestimmte bisherige Regelung durch eine konkrete Höhenfestsetzung. Gebietskonforme Entwicklungsmöglichkeiten wurden bei dem nahezu vollständig bebautem Gebiet noch in den Reihenendhäusern der Reihenhauszeilen gesehen, die entsprechend bei Einhaltung der Mindestabstände der Landesbauordnung zwar nicht in der Höhe jedoch in der Länge anbauen können.
 
Aufgrund der dichten Bebauung in Merzhausen allgemein und im Kirchenfeld im Besonderen gab der Gemeinderat das Ziel aus, möglichst alle Flachdächer im Ort extensiv zu begrünen. Die Vorteile sind insbesondere der zusätzliche Lebensraum für Pflanzen und Tiere, die Zwischenspeicherung von Regenwasser und Entlastung der Kanalisation, die Verbesserung des Kleinklimas für das Baugebiet sowie die bessere Dämmung des Gebäudes mit einer Verbesserung der Haltbarkeit des Daches durch besseren Schutz der obersten Dachschicht vor UV-Strahlung, Hitze und Kälte. Gerade das Kirchenfeld bietet sich dafür an, den Bebauungsplan an den heutigen Stand der Technik anzupassen, da es hier nur Flachdächer gibt.
 
Es gilt grundsätzlich Bestandsschutz der beinhaltet, dass einfache Reparaturen, die keine neue Baugenehmigung erfordern, nicht die Begrünungspflicht auslösen. Selbst wenn eine Baugenehmigung erforderlich ist, jedoch die Statik im Bestandsgebäude für die Begrünung angepasst werden müsste, greift die Begrünungspflicht nicht.
 
Der Gemeinderat hat am 22. September 2016 den Entwurf zur 3. Änderung des Bebauungsplanes „Kirchenfeld“ als Satzung beschlossen.

Verfahren

  • 25.02.2016 Aufstellungsbeschluss und Erlass einer Veränderungssperre
  • 04.03.2016 Inkrafttreten der Veränderungssperre
  • 14.07.2016 Billigung Planentwurf und Beschluss 1. Offenlage
  • 01.08.2016 Beginn 1. Offenlage
  • 02.09.2016 Ende 1. Offenlage
  • 22.09.2016 Abwägung der Stellungnahmen und Satzungsbeschluss
  • 30.09.2016 Rechtskraft

Letzte Aktualisierung

  • 17. Oktober 2016

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